Wenig Storchennachwuchs in Hamburg,

NABU: 43 Jungstörche in Hamburg / Viele Storchenpaare ohne Bruterfolg.

Im Märchen bringt der Klapperstorch zwar die Babys, doch bei seinem eigenen Nachwuchs war er in diesem Jahr nicht sehr erfolgreich: Die Brutsaison der Hamburger Störche verlief enttäuschend. Nur 43 Jungtiere konnte der NABU zählen. Dabei sah es im April noch vielversprechend aus. „30 Paare haben im Frühjahr mit der Brut begonnen, ein Paar mehr als im Vorjahr“, berichtet Jürgen Pelch, ehrenamtlicher Storchenbetreuer des NABU. „Doch von diesen 30 Paaren bekamen dann nur 21 Nachwuchs.“ Die Rekordmarke von 2014 ist mit diesem Ergebnis deutlich verfehlt. Damals zählte der NABU 29 Elternpaare und 73 Jungtiere.

Die Gründe für das schlechte Brutergebnis sind vielfältig. Zum einen sind die ostziehenden Störche, die in Afrika überwintern, erst sehr spät in Deutschland eingetroffen. Schlechtes Wetter auf der bis zu 10.000 km langen Strecke oder die Dürre in Teilen Afrikas verhinderten wohl eine rechtzeitige Rückkehr. Viele männliche Störche, die stets früher am Nest eintreffen als die Weibchen, warteten noch im Mai auf ihre Partnerin. Dagegen waren die ersten westziehenden Störche, die teilweise in Spanien und Portugal überwintern und damit einen deutlich kürzeren Weg haben, schon im Februar zurück und konnten früh mit dem Brutgeschäft beginnen. Neben den Problemen auf der Zugroute sorgten aber auch heftige Revierkämpfe für weniger Storchennachwuchs. Bei drei Paaren beobachtete Storchenexperte Jürgen Pelch blutige Auseinandersetzungen um das Nest, die für zwei Altvögel sogar tödlich ausgingen.

Für positive Nachrichten sorgten die beiden „Internetstars“ des NABU Hamburg. Das Storchenpaar „Rolf“ und „Maria“ aus Curslack zog wie schon im Vorjahr drei Jungtiere groß. Ihren Nachwuchs können naturbegeisterte Internetnutzer auf der Website des Verbandes unter www.NABU-Hamburg.de/storchenwebcam live beobachten. Ermöglicht werden die hochaufgelösten Bewegtbilder durch die Firma Stancke Transporte, die die NABU-Webcam sponsert. „Als Hamburger Unternehmen ist es uns ein Anliegen, dieses Projekt zu fördern“, erklärt Geschäftsführer Tobias Stancke. „Es ist etwas Besonderes, dass eine Großstadt wie Hamburg diesen Vögeln einen Lebensraum bieten kann. Darauf möchten wir gemeinsam mit dem NABU aufmerksam machen. Außerdem passt der Weißstorch als Zugvogel natürlich sehr gut zu uns als Transport-Unternehmen.“

Jungstörche sind nach dem Schlüpfen nur so groß wie eine Kinderfaust und wiegen 70 bis 80 Gramm. Nach sieben Wochen sind die Jungstörche dann schon so groß wie ihre Eltern. Zwei weitere Wochen später werden sie flügge und machen die ersten Flugversuche. Sie erlernen dann noch von ihren Eltern das selbständige Futtersuchen, um sich dann Anfang August eigenständig auf die Reise in die Überwinterungsgebiete in Spanien, Portugal oder Afrika.

Bei Rückfragen zur Hamburger Storchenbilanz: Jürgen Pelch, Referent für Storchenschutz NABU Hamburg, Tel. 0175 / 890 61 73